Allerheiligen in der Pfarreiengemeinschaft

 

 

In der Pfarreiengemeinschaft Vilsbiburg, Gaindorf, Seyboldsdorf fanden heuer wieder wie vor Corona an Allerheiligen an den fünf Friedhöfen Andachten und Gräbersegnungen statt. Pfarrvikar Prosper Ngulu-Ngulu war an den Friedhöfen in Obergenglberg und am Friedhof Vilsbiburg, dort mit P. Peter Berger zur Gräbersegnung.

 

 

 

Stadtpfarrer Peter König war in Gaindorf, Filiale Haarbach und Seyboldsdorf.

 

 

Wir Menschen sind doch oft ganz eigenartige Wesen. Wir streiten uns mit anderen, tun einander weh, ärgern einander, drängen andere zur Seite, wollen immer überlegen sein. Diese Reihe unguter Eigenschaften, die übrigens Kinder und Erwachsene gleichermaßen besitzen, könnte noch lange fortgesetzt werden. Ist es da nicht ein bisschen eigenartig, das wir anscheinend den Wert unserer Mitmenschen erst dann zu entdecken scheinen, wenn sie gestorben sind? Ich könnte es mir somit nicht anders erklären, dass man erst über einen Menschen Gutes sagt und schreibt, wenn er gestorben ist, so Pfarrer Peter König. Dass man erst nach seinem Tod seine guten Eigenschaften entdeckt, ihn erst dann an allen Ecken und Enden vemisst und ihm Blumen auf sein Grab legt. Sicher das alles ist sehr schön und gut. Aber hätte es diesen Menschen nicht zu Lebzeiten sehr gefreut, wenn ihm ein Nachbar einmal gesagt hätte: "Ich bin froh, dass es dich gibt!" Oder wenn die Schulkameraden ihn in ihre Gruppe aufgenommen hätten, oder ganz einfach gesagt: wenn die Mitmenschen bereits zu Lebzeiten die guten Seiten dieses Menschen entdeckt hätten. In diesen Tagen stellen viele ein rotes Licht auf die Gräber für die Verstorbenen. Rot bedeutet im Straßenverkehr: Halt - Rot heißt Stopp - Stopp-Halt möchte ich als Pfarrer einem jeden zurufen. Halt - Stopp - Denk daran, auch Dein irdisches Leben geht zu Ende. Rotes Licht sehen wir auch vor dem Tabernakel. Vergessen wir nie, dass der Herr unter uns wohnt. Es ist das Zeichen für die Anwesenheit Christi. Hier ist verdeckt und zeichenhaft das, was offenbar wird nach dem Tod: Leben in der Anwesenheit Christi. Anwesenheit Christi, in dessen Anschauung die Verstorbenen leben. Die Verstorbenen, sie sind uns ein Stück des Weges voraus. Wir haben das gleiche Ziel, die ewige Gemeinschaft beim Herrn. Sowohl in Gaindorf, Haarbach und Seyboldsdorf wurden der Verstorbenen des letzten Jahres namentlich gedacht, ebenso wurden die Verstorbenen der letzten 5 Jahre vorgelesen. Nach der Andacht beim Leichenhaus in Seyboldsdorf ging Pfarrer Peter König noch ans Grab der gut 50 Schwestern der Magdalenerinnen und sprach dort ein Gebet und besprengte die Gruft mit Weihwasser.

 

 

Pfarrer Peter König