Firmvorbereitung in der Pfarreiengemeinschaft Vilsbiburg-Gaindorf-Seyboldsdorf

Jugendgottesdienst mit dem Thema „Effata“ als Auftakt

 

 

Für 87 Jugendliche der Pfarreiengemeinschaft Vilsbiburg – Gaindorf – Seyboldsdorf, begann die Vorbereitung auf ihre Firmung am Sonntag nach Ostern mit einem Jugendgottesdienst in der Stadtpfarrkirche Vilsbiburg. Da die Firmung 2020 abgesagt und die Vorbereitung in Präsenzform eingestellt werden musste, werden heuer zwei Jahrgangsstufen gefirmt.

Zur Feier des Eröffnungsgottesdienstes der Firmvorbereitung, dem sog. „Effata-Gottesdienst“, mit Pater Peter Berger, Pfarrvikar Prosper Ngulu und den Firmhelferinnen, kamen 35 Firmlinge der achten Klassen vollzählig am frühen Nachmittag zum ersten Gottesdienst, weitere 52 Jugendliche der siebten Klassen am Spätnachmittag zur Feier eines weiteren Gottesdienstes. Dass die Altersgruppe der 12-15 Jährigen im Mittelpunkt stand, zeigte sich gleich zu Beginn der Heiligen Messe durch die ansprechende Musik im Kirchenraum. Sehr zum Gelingen des Jugendgottesdienstes trug die „RC-Band“ aus dem Chiemgau bei, die mit frischen geistlichen Lieder, deutschen und englischen, den Gottesdienst bereicherte. Man merkte den jungen Musikern, kaum älter als die Firmlinge selbst, die Freude an, mit der sie den Gottesdienst musikalisch gestalteten. Nicht nur durch ihr Singen gaben sie den Anwesenden ein hoffnungsvolles Zeugnis lebendigen Glaubens, am Ende der Eucharistiefeier richtete der 22-jährige Leiter der Band, C. Weidmann, sehr persönliche Worte an die Jugendlichen, in denen er sie ermutigte, sich ganz bewusst für ein Leben mit Gott zu entscheiden – es lohne sich!

 

 

Dieses „JA“ zu Gott haben die Eltern und Paten bei der Taufe der Firmlinge vor vielen Jahren zunächst stellvertretend für die ihnen anvertrauten Kinder gesprochen. Nun liege es bei den Jugendlichen selbst, dieses „JA“ zu Gott, zum christlichen Glauben in der Gemeinschaft der katholischen Kirche zu sprechen und zu erneuern, so begrüßte Gemeindereferentin Evi Schmidt die Firmlinge und führte zum Thema des Gottesdienstes „Effata“ hin. Ein großes Geschenk mit roter Schleife und der Aufschrift „Taufe“ sollte veranschaulichen, dass Gott die Menschen in den Sakramenten beschenken wolle. Es brauche aber ihre freie Entscheidung, dieses Geschenk anzunehmen, „den Schatz des Glaubens“ zu öffnen und sich darauf einzulassen, so Evi Schmidt. Im Gottesdienst standen zwei Schrifttexte im Mittelpunkt: Die Berufung des jungen Samuel im Alten Testament (1 Sam 3,1-10.19-20) und die Heilung eines Taubstummen durch Jesus im Neuen Testament (Mk 7,31-37). Pater Berger ging in seiner Predigt auf die Bedeutung des Wortes „Effata“ ein, das Jesus dem Taubstummen zugesprochen hat, als er ihn heilte. “Effata“ heißt „öffne dich!“, so Berger. Das Wort „Effata“ wird dem Menschen bei der Taufe zugesprochen im sog. „Effata-Ritus“. Dabei berührt der Taufende Ohren und Mund des Täuflings und spricht: „Wir wollen den Herrn bitten, dass er diesem Kind helfe, seine Botschaft zu hören und zu bekennen. Der Herr lasse dich heranwachsen und wie er mit dem Ruf „Effata“ dem Taubstummen Mund und Ohren geöffnet hat, öffne er auch dir Ohren und Mund, dass du sein Wort vernimmst und den Glauben bekennst, zum Heil der Menschen und zum Lob Gottes.“ Der junge Samuel vernahm dreimal den Anruf Gottes, bis er merkte, dass der Herr selbst ihn gerufen hatte. Das war ein entscheidender Wendepunkt im Leben des jungen Mannes. Von da an ist er ein Angerufener, der das Wort Gottes zu sagen hat. Man könne eine Parallele ziehen zum Empfang der Sakramente im christlichen Leben, stellte Pater Berger fest. „Zum ersten Mal haben wir den Anruf Gottes in der Taufe vernommen, zum zweiten Mal im Sakrament der Eucharistie, im Sakrament der Firmung ergeht der Anruf Gottes nun ein drittes Mal an Euch!“, zeigte der Prediger den jungen Christen auf. Wie Jesus dem Taubstummen Ohren und Mund geöffnet hat, so wolle er die Menschen öffnen für die Wahrheit und Liebe seines barmherzigen Vaters, damit sie Gott wahrnehmen können, ihn hören und mit ihm sprechen. So wünschte Pater Peter Berger den Firmlingen abschließend, dass sie wach und offen seien für Gottes Ruf, für ihre Berufung, für ihren Auftrag als Christen in der Welt.

Firmung bedeutet „Stärkung“. Die Firmung ist das letzte der drei Eingliederungs-Sakramente, man spricht auch von der „Vollendung der Taufe“ Das Sakrament der Firmung schließt die Phase der Einführung in den Glauben ab und vermittelt dem Empfänger die Kraft des Heiligen Geistes. Die Gefirmten sollen jetzt in der Lage sein, als vollwertige Mitglieder der Kirche ihren Glauben zu leben. 

Am Ende des Gottesdienstes bekamen die Firmlinge eine Bibel geschenkt und wurden informiert über die weitere Firmvorbereitung. Auf die Einschränkungen durch die Corona-Pandemie, die sich auch auf die Sakramentenkatechese auswirken, reagiert Gemeindereferentin Evi Schmidt mit Kreativität. In Vilsbiburg werden die 87 Jugendlichen in acht Gruppen vorerst digital auf die Firmung vorbereitet. Dabei soll die FirmApp der Diözese Regensburg und „spiriCLOUD“, eine Website der Katholischen Jugend der Erzdiözese Salzburg, den Jugendlichen helfen, sich inhaltlich auf die Firmung vorzubereiten. In mehreren Online-Tutorials lernen sie die wichtigsten Inhalte rund um die Firmung kennen, bearbeiten verschiedene Module und erlangen dabei Grundwissen. Eine digitale Vorbereitung könne natürlich keine Gruppentreffen in Präsenzform ersetzen, Firmpastoral lebe von der Nähe zum Menschen, bemerkt die Gemeindereferentin. Glaubenserfahrung sei eng verknüpft mit Gemeinschaftserfahrung. Den Raum hierfür möchte das Firmteam öffnen, sobald wieder Präsenzveranstaltungen stattfinden dürfen. Derzeit begleiten acht engagierte Helferinnen die Firmgruppen digital und hoffen, trotz Distanz, Freude am christlichen Glauben zu wecken und die jungen Menschen in dieser Zeit gut auf das Sakrament der Firmung vorbereiten zu können.

 

Die Firmung ist geplant am Dienstag, den 6. Juli 2021, in der Stadtpfarrkirche Vilsbiburg in zwei Gottesdiensten am Vormittag, um 9.00 Uhr und 11.00 Uhr. Als Firmspender darf die Pfarrei Regens Martin Priller begrüßen.

 

                                                                                              Text und Fotos: Irmgard Sattler