„FAIRDINAND“ – Eine komische Komödie

 

Es war schon eine sehr gute Idee, zur Feier des 10-jährigen Bestehens des Vilsbiburger „Eine-Welt-Laden“ mit einem Theater – einer Komödie – die Ziele des „Fairen Handels“ auf eine besonders unterhaltsame Weise darzulegen. Gerhard Valentin, Gemeindereferent und Leiter des hiesigen „Weltladens“ konnte zu diesem Abend ein erfreulich zahlreiches Publikum begrüßen und die hervorragende Spieltruppe aus Regensburg begeisterte die Gäste. Wenn es jemanden gegeben haben sollte, der über fairen Handel noch nicht Bescheid wusste, am Ende des Abends war es jedem klar.

 

 

 

In seiner Begrüßung betonte Gerhard Valentin den „Zeichencharakter“ des aus dem „Sozialprojekt“ gewachsenen Weltladen, der ein Zeichen dafür sei, dass es Menschen gäbe, die an andere dächten und die Idealismus hätten. Er dankte mit herzlichen Worten den ehrenamtlichen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen des Ladenteams und den vielen Aktionsgruppen aus den umliegenden Pfarreien für ihren Einsatz und ihr Engagement für eine gerechtere Welt. „Sie waren es, die die Ideen des fairen Handels aktiv unter ihre Mitmenschen gebracht und in vielen Vernetzungen ihrer Arbeit dafür geworben haben“ – meinte er wörtlich.

 

In der folgenden „Komischen Komödie“ in 2 Akten erlebten die Besucher, wie aus dem arbeitslos gewordenen Vertreter Ferdinand nicht nur der Liebe wegen ein „Fairdinand“ wurde. Kirstin Rokita, Burgl Wittman  und Hubert Treml erwiesen sich als wahre Multitalente und verstanden es hervorragend, ihr Publikum mitzureißen und in das Spiel einzubinden. Ferdinand (Hubert Treml), vom Flötengedudel seiner neuen Nachbarin Fairena (Kirstin Rokita) genervt, verliebte sich  in dem Stück  beim ersten Kennen lernen in sie, die ehrenamtlich (sonst sand's schon gsund?) im Eine-Welt-Laden arbeitet. Nur um in ihrer Nähe sein zu können, nimmt er am Arbeitsamt die unattraktive Stelle im Außendienst des Fairen Handels an. Von Haus zu Haus, von Tür zu Tür zieht er mit dem fair gehandelten Kaffe und seine Motivation wird dabei auf Herz und Nieren geprüft. Kirstin Rokita und Burgl Wittmann schlüpfen nun in die Rollen der unterschiedlichsten Zeitgenossen und stellen diese verschiedenen Charaktere überzeugend dar. Obwohl sie es dem Ferdinand nicht leicht machen,  lobt sich dieser trotz allem Misserfolg als Verkaufstalent. Nach einem völlig vermasselten gemeinsamen Abend verabschiedet sich Fairena frustriert für einige Monate nach Afrika. Die Sehnsucht nach ihrem Ferdinand treibt sie dann aber doch früher wieder zurück in die Heimat, wo sie einen veränderten und vom fairen Handel überzeugten „Fairdinand“ vorfindet und nach Überwindung einiger Widerstände gibt es dann doch ein Happy End. Wie ein roter Faden zieht sich das Anliegen des fairen Handels durch das Spiel. Alle Widerstände und Argumente sind in die Handlung eingebaut. Preis, Qualität und Sortimentsvielfalt, Ausbeutung der Produzenten und der gerechte Lohn. So will in einer Szene eine Kundin (Burgl Wittmann) im Laden unbedingt etwas spenden und Fairena  muss ihr erklären, dass im Laden nichts gespendet – sondern nur gekauft werden kann und weil alle Überzeugungskunst vergeblich ist bringt sie es kurz und bündig auf den Punkt: „im Preis ist die Spende bereits drin“.  Man kann ohne Übertreibung sagen, dass diese drei Vollblutmimen mit Spielwitz und schauspielerischer Kunst auch die letzten Zweifler vom fairen Handel überzeugen konnten. Das Publikum dankte für diese hervorragende Unterhaltung mit lang anhaltendem Applaus und mit einer Geldspende konnte ein Beitrag zu den Unkosten geleistet werden.

 

Und auch Gerhard Valentin dankte dem Ensemble „Die Ladenhüter“ für dieses gelungene Stück. Rückblickend auf 10 Jahre Weltladen verwies er auf die zahlreichen Aktionen, die Ladentreffen, die vielen Stunden der Planung, Bildungsarbeit und auch des geselligen Beisammenseins, an das ehrenamtliche Engagement im Verkauf, Einkauf, Deko, Abrechnung, Inventur und Kommissionsgruppenbetreuung. Insgesamt kam er auf 87.600 Stunden Solidarität mit den Produzenten in den Entwicklungsländern – 87.600 Stunden Hilfe zur Selbsthilfe. Er dankte seinem Team, er dankte der Kirchenverwaltung und der Pfarrei für die Unterstützung und er dankte allen Freunden des Fairen Handels.