Fastenzeit 2021

 

Die anhaltende Coronapandemie wirkt sich auch aus auf den Ritus, mit dem die katholische Kirche die Fastenzeit eröffnet: So legte die vatikanische Liturgie-Kongregation fest, was der Priester in diesem Jahr 2021 beim Austeilen des Aschenkreuzes beachten muss. Neben dem obligatorischen Mund-Nasenschutz gilt, dass die Formel für alle Anwesende nur einmal gesprochen werden darf: „Bedenk o Mensch, dass du Staub bist und zu Staub zurückkehren wirst.“ Dann nimmt der Priester die geweihte Asche und lässt sie auf das Haupt eines jeden fallen, ohne etwas zu sagen.

Am Aschermittwoch beginnt die österliche Bußzeit, die Fastenzeit 2021. Sie dauert 40 Tage und endet in der Osternacht. Wer nachzählt, der kommt auf 46 Tage, es werden jedoch die sechs Sonntage nicht mitgezählt. Karfreitag und Karsamstag zählen zwar offiziell nicht zur österlichen Bußzeit, weil sie liturgisch bereits zum „Triduum Sacrum“, den österlichen drei Tagen, gehören. Dadurch, dass es aber Fasttage sind, kommt man insgesamt auf 40 Tage. Somit beginnt 2021 am 17. Februar die Vorbereitungszeit auf Ostern. Das Fest des Todes und der Auferstehung des Herrn endet am 3. April. Die Gläubigen erinnern sich an die biblische Geschichte, nach der Jesus 40 Tage lang in der Wüste nichts gegessen hat. Die Fastenzeit beginnt am Aschermittwoch, wenn der Karneval zu Ende ist. „Carne vale“ – Fleisch, lebe wohl! Vielleicht sagt der ein oder andere, durch die Coronapandemie habe ich bereits Wochen, Monate, auf Vieles verzichten müssen, zum Beispiel kein Bummeln und Shoppen in den Städten, kein köstliches Essen in Restaurants, keine größeren Reisen, keine kulturellen Veranstaltungen… und jetzt wieder auf etwas verzichten?

Die Gläubigen sollen in der Fastenzeit als äußeres Zeichen von Buße und Besinnung auf Dinge verzichten, die ihnen angenehm und lieb sind, etwa auf Süßigkeiten, Alkohol, Fleisch oder das Autofahren. Zudem sollen sie nur eine volle Mahlzeit am Tag und je zwei kleinere Sättigungen zu sich nehmen. Schließlich gilt in der Fastenzeit an den Freitagen das Gebot der Abstinenz, also der Verzicht auf Fleisch, weil der Freitag an den Tod Jesu Christi erinnert. Aschermittwoch und Karfreitag sind Fast- und Abstinenztage in einem. In der Fastenzeit werden den Christen drei Dinge mit auf den Weg gegeben: zu beten, zu fasten, zu geben. Das Hilfswerk Misereor ruft zur Fastenkollekte auf. Heuer zeigt das Fastentuch im Altarraum der Pfarrkirche „Jesus auf der Rast“, auch „Christus im Elend“ genannt. Diese Darstellung ist in der christlichen Kunst eine Form des „Ecce homo“, bei der Christus sitzend, oft als Klagegeste einen Arm auf dem Oberschenkel aufstützend, dargestellt wird. Seinen Ursprung hat diese Darstellung im Ende des 14. Jahrhunderts.

Beten und Fasten wollen uns nach innen lenken. Die fastende Person nimmt sich selbst und ihr Leben in den Blick – befreit vom Ballast des angenehmen Lebens. Die Fastenzeit gilt als Zeit der inneren Umkehr, in der man nicht immer nur an sich denkt, sondern Verzicht übt zugunsten anderer und den Dialog mit Gott sucht, um das wirklich Wichtige in den Blick zu nehmen. Als Impuls bekommt jeder Gottesdienstbesucher am Aschermittwoch in der Pfarrkirche einen Schlüssel mit dem Spruch „Entschließe Dich!“. Dieser Schlüssel soll jeden in der Fastenzeit erinnern: ich kann und muss mich entschließen, entscheiden, das Gute zu tun.

Zum Osterfest hat sich der Orgelbauverein etwas Besonderes einfallen lassen. Wir alle kennen den Osterschinken. Dieser wird bei einem hiesigen Metzger angeboten mit dem Emblem des Orgelbauvereins. Der Erlös des verkauften Osterschinkens ist für die neue Orgel bestimmt. Am Ostersonntag wird dieser Schinken bei der Speisenweihe im Gottesdienst gesegnet.

Pfarrer Peter König