Gedanken, Predigt zur Osternacht

 


 

 

Aus dem heutigen Evangelium, der Osternacht greife ich nur einen Satz heraus: "Am ersten Tag der Woche kamen sie in aller Frühe zum Grab, als eben die Sonne aufging". Dazu möchte ich Ihnen ein Bild mit nach Hause geben. Dieses Bild wurde von mir vor 10 Jahren selber gemacht - auf der Reise nach Afrika. Es entstand in 11.000 m Höhe über der Sahara. Auf dem Weg von Frankfurt nach Accra - Sonnenuntergang über den Wolken. Doch die Sonne geht nicht unter, weder unter den Wolken, noch über den Wolken. Nur die Erde dreht sich und wendet sich von der Sonne ab und dann wird es dunkel. Trotzdem: Man spricht vom "Sonnenuntergang". Und der Sonnenuntergang fasziniert die Menschen. Fasziniert das heißt: Er hat fessende3 Wirkung, Anziehungskraft. Warum? Weil der "Sonnenuntergang" ein beeindruckendes Schauspiel der Natur ist. Weil dieses Schauspiel beständig ist und eine dauerhafte fest Regelmäßigkeit hat. Weil da Ruhe und Stille einkehren, die Nacht mit ihrer Erholungskraft. Weil Altes vergeht und Neues kommt, ein Morgen mit Lebensfrische folgt. Weil es ein vielsagendes Bild für Schlafen und Aufwachen ist, für Tod und Auferstehung. Weil die Sonne eben nicht untergeht, sondern bleibt. Weil die bleibende Sonne Licht und Leben ist. Vom Glauben an Gott können wir in den Liedern von der Schöpfung, Erschaffung der Welt, am Anfang der hl. Schrift lesen: Wie Gott die Welt erschaffen und aus dem Chaos einen Kosmos macht, wie er seine Ordnung der Welt als Lebensprinzip einstiftet, wie er sie nicht sich selbst überlässt, sondern mit seiner ordnenden Kraft bei ihr bleibt. Höhepunkt ist, wie Gott seinen Namen offenbart und damit sein Wesen zeigt. er ist Jahwe oder "Ich bin da". "Ich bin da" mit euch. So sit Gott, so bleibt Gott - gestern, heute und immer. Aber er ist nicht nur die schöpferische, ordnende Kraft, sondern auch der Retter und Erlöser. Endgültig hat Gott dies in seinem Sohn Jesus Christus gezeigt Mensch wurde er, ganz einer von uns. Er ließ sich sogar auf unsere Schuld und unseren Tod ein. Sein "Ich bin da mit euch" und sein "Ich bin da für euch" wurden zur unwiderruflichen Endgültigkeit. Ganz in die Hand Gottes legte Jesus sein Leben und sein Sterben. Und Gott holte ihn aus der Nacht des Todes heraus. Er - der auferstandene Jesus Christus ist die Sonne, die nie untergeht. Den Mächten der Finsternis - Schuld und Tod - hat er die Macht der Endgültigkeit genommen. Und das gilt für uns: Schuld und Tod, so mächtig sie auch sind, haben ihre Allmacht verloren. So möchte uns allen das ausgeteilte Bild sagen: Die Sonne geht nicht unter, und mitten in der Nacht beginnt der neue Tag. " Am ersten Tag der Woche kamen sie in aller Frühe zum Grab, als eben die Sonne aufging". Die Osterbotschaft ist eine Botschaft des Lichtes, auch in dieser so schwierigen zeit der Coronapandemie. Möge uns die Botschaft der Osternacht, Licht, Hoffnung schenken. Allen ein ´frohes, lichterfülltes Osterfest 2021.

 


Pfarrer Peter König

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Karfreitagsliturgie gleichzeitig in den drei Pfarreien

 

  

 

Sowohl in der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt, der Pfarrkirche "St. Peter und Paul" Gaindorf, als auch in der Pfarrkirche "St. Johannes" Seyboldsdorf fand um jeweils 15.00 Uhr die Karfreitagsliturgie mit Kommunionausteilung statt. In Gaindorf feierte Stadtpfarrer Peter König die Liturgie, vorher wurde durch die Ratsche zum Gottesdienst eingeladen. Die Liturgie begann mit der Prostatio - liturgischer Dienst und Priester zogen in die Pfarrkirche und legten sich vor dem Altar. Nach dem Tagesgebet und der Lesung folgte die Leidensgeschichte. Pfarrer Peter König meinte man könne aus der Leidensgeschichte viele Personen herausgreifen, Petrus, Pilatus, wir wollen heute etwas auf Judas schauen. Roger Kardinal Etchegaray schrieb einen Brief an Judas. Bist Du nicht vor allem Opfer Deiner Einsamkeit gewesen? Du hattest nicht die Chance des Petrus, der, nach seiner dreimaligen Verleugnung, dem Blick Jesu begegnete, um dann bitterlich zu weinen. Du hast nicht gehört, wie der Hahn krähte, niemand hat Dir geholfen, dass Du hättest weinen können. Du warst allein, und "es war Nacht" (Joh. 13.30), oder vielmehr ist Satan in Dich gefahren (Joh 13,27), und Du hast Dich an diesen grässlichen Gefährten nicht gewöhnen können. Du hast weniger Zeit gebraucht, Dich angeekelt von Satan abzuwenden, als Dich von Jesus zu trennen. Das Böse war Dir viel schneller unerträglich als das Gute. Aber, armer Judas , warum hast Du in Deiner eisigen Einsamkeit das letzte Wort des ersten Tages, das ergreifende Wort, das die Finsternis Deiner Verzweiflung hätte aufreißen können, das Wort: "Mein Freund (Mt 26.50)? Hörst Du deiese Wort noch "mein Freund"? Weil ich nicht weiß, Judas, wo Dich mein Brief erreichen wird, adressiere ich ihn postlagernd. Ich denke an das Theaterstück, das Pagnol Dir gewidmet hat und wo Christus die bohrende Frage gestellt wird: "Ist Judas in der Hölle?" Pagnol läßt Christus sagen: "Ich kann Ihre Frage nicht beantworten .......sonst würden die Menschen zuletzt Missbrauch treiben mit meinem Erbarmen!" A Dieu, Judas, Roger Kardinal Etchegaray. Nach den großen Fürbitten folgte die Kreuzverehrung, wegen Coroana nur vom liturgischen Dienst und dem Priester. Nach der Kommunion schloss die Karfreitagsliturgie mit dem Schlussgebet und dem Segen. Die Auferstehungsfeier ist in Gaindorf und Seyboldsdorf am Samstag jeweils um 20.00 und in Vilsbiburg am Ostersonntag Morgen um 5.30.


Pfarrer Peter König

 

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Gründonnerstag: zentrale Eucharistiefeier in der Pfarrkirche "Maria Himmelfahrt" Vilsbiburg

 

 

Am Gründonnerstag, an dem Jesus mit seinen Jüngern gemeinsam das Passahmahl - die Einsetzung der Eucharistie - gefeiert hat begrüßte Stadtpfarrer Peter König die Schwestern und Brüder der Pfarreiengemeinschaft Vilsbiburg, Gaindorf, Seyboldsdorf. Der gemeinsame Gottesdienst wurde auch per Video durch Kirchenpfleger Tobias Gmeineder live übertragen. Im Stamm der Massai in Kenia leben geschickte Tierzüchter und Jäger, die mit ihren Herden von Weideplatz zu Weideplatz ziehen. Besucht sie ein Priester, schlägt er ein paar Kilometer entfernt sein Zelt auf und gibt den herankommenden Boten ein Büschel frisches Gras mit - Zeichen des Lebens für die von der Dürre bedrohten Viehzüchter. Die Boten bringen das Grasbündel zum Stamm. Dort wandert es von Familie zu Familie. Lebt aber eine in Unfrieden mit den Nachbarn, darf sie das Büschel nicht weitergeben - es verdorrt. Wenn das Grasbüschel innerhalb einer Woche nicht zum Priester zurückkommt, zieht er weiter. Er weiß: der Friede untereinander ist gestört. Deshalb kann er nicht mit ihnen und sie nicht untereinander "Kommunion" feiern. An die Pfarreiengemeinschaft gewandt sagte der Pfarrer von Vilsbiburg: sicher können sie nun sagen, andere Länder, andere Sitten. Doch wie würde es aussehen, wenn ich dieses Grasbüschel in unserer Pfarreiengemeinschaft weitergeben würde? Vielleicht sagt der eine oder andere: "in einer Woche ist dies bei uns unmöglich, wir sind ja drei Pfarreien - viel zu groß. Doch bleiben wir bei dem einen Satz: "Deshalb kann er nicht mit ihnen und sie nicht untereinander "Kommunion" feiern. Wir feiern miteinander und untereinander. Vor einem Jahr, beim ersten Lockdown, waren die Gotteshäuser geschlossen - im zweiten Jahr der Coronapandemie schien es wieder so aus - danke dass Sie heute gekommen sind - ich danke auch allen, die zu Hause diesen Gottesdienst am Bildschirm mitfeiern. Den Gottesdienst zelebrierte in Konzelebration der Pfarrvikar und Pfarrer. Der liturgische Dienst bestand aus einer kleinen Schar von Ministranten und einer Lektorin. Musikalisch wurde der Gottesdienst von der Organistin und Chorleiterin Martina Strobl mit einer Schola gestaltet.

Nach dem Gottesdienst wurde das Allerheiligste zum Seitenaltar übertragen und es war Möglichkeit bis 21.00 Uhr in der mit weißen Schleier verhüllten Monstranz Christus den Herrn anzubeten, ihm die Sorgen und Nöte, aber auch den Dank vorzutragen.


Pfarrer Peter König

 

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Eröffnung der Hl. Woche in "St. Johannes" Seyboldsdorf

 

 

Am Palmsonntag erinnern wir uns an den feierlichen Einzug Jesu in Jerusalam. Der Evangelist Markus greift im Evangelium das Bild des Esels auf. Jesus schickt zwei Jünger voraus, in ein Dorf vor Jerusalem, einen jungen Esel zu holen. Auf diesen will er in Jerusalem einreiten. Jesus reitet nicht hocherhoben auf einem prächtigen Pferd, sondern er setzt sich auf einen Esel, auf dem niemand zuvor gesessen hat. Ein Esel ist ein Zug- und Lastentier und kann das vierfache seines Körpergewichts ziehen. er ist trittsicher auf jedem Gelände und hat härtere Hufe als Pferde. Ein Esel ist kein Herdentier, sondern ein Einzelgänger. Die Ohren eines Esels lassen sich um 180 Grad drehen. Seine Augen ermöglichen ihm eine 360 Grad Sicht. "Stellen auch wir unsere Ohren auf Empfang", sagte Stadtpfarrer Peter König vor der Weihe der Palmzweige im Turm der Pfarrkirche in Seyboldsdorf. In dieser kommenden Woche gedenken wir des Leidens, des Sterbens, der Grabesruhe und der Auferstehung des Herrn. Wir alle kennen die Ölbergstunden, den Kreuzweg - auch in unserer Zeit leiden Menschen - sind voller Ängste, wissen nicht mehr weiter wegen der Coronapandemie - doch nach jedem Karfreitag folgt ein Ostersonntag. Vertrauen wir unsere Sorgen, Nöte, dem leidenden, sterbenden, auferstanden Herrn an. Nach der Verlesung des Evangeliums vom Einzug in Jerusalem zogen der liturgische Dienst und der Pfarrer durch den Mittelgang, damit besprengte der Pfarrer von Vilsbiburg die mitgebrachten Palmzweige. Die Gläubigen hatten sich in der Pfarrkirche im vorgeschriebenen Abstand und mit Nasen- Mundschutz versammelt.


Pfarrer Peter König

 

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Heilige Woche in der Coronazeit

 

 

Am Palmsonntag gedenken wir des Einzugs Jesu in Jerusalem. Die Gemeinde versammelt sich an einem Ort außerhalb der Kirche. Die Gläubigen tragen Zweige in den Händen. In den letzten Jahren war auch jeweils ein echter Esel mit dabei. Doch heuer ist es anders. Die Gläubigen sollen sich bereits in der Kirche versammeln auf den ausgewiesenen Plätzen mit dem vorgeschriebenen Abstand. Die Palmzweige halten die Gläubigen in ihren Händen. Nur der liturgische Dienst zieht über den Turm in die Kirche ein. Im Turm weiht der Priester die Palmzweige und dort wird auch die hl. Woche mit Weihe der Palmzweige und dem vom Einzug in Jerusalem verlesen. Damit wird die Karwoche, die hl. Woche eröffnet. Am Palmsonntag wird zum ersten Mal die Passion verlesen. Die Karwoche erhält ihren Sinn von Ostern als dem jährlichen Gedächtnis des Erlösungswerkes, näherhin vom trauernden Gedenken des Leidens Christi, das dessen Anfang bildet.

Am Gründonnerstag gedenkt die Kirche der Einsetzung der hl. Eucharistie. Gott hat die Menschen geliebt, und er liebt sie, auch wenn sie es nicht wissen und nicht wollen. Gott rettet die Menschen durch die Opferhingabe des eigenen, menschgewordenen Sohnes. Frei und wissend geht Jesus seiner Stunde entgegen. Der Evangelist deutet den Weg als Liebe "bis zur Vollendung": bis ans Ende, bis zum Äußersten seiner göttlichen und menschlichen Möglichkeit. In der tiefsten Erniedrigung Jesu wird seine göttliche Größe offenbar. Die Fußwaschung ist, wie das Abendmahl. Vorausnahme und Darstellung dessen, was am Kreuz geschah: dienende Liebe, Hingabe bis in den Tod. Die Liebe ist das Lebensgesetz Christi und seiner Kirche. Heuer, in der Coronazeit entfällt die Fußwaschung. Nach dem Gottesdienst, der zentral für die Pfarreien Vilsbiburg, Gaindorf und Seyboldsdorf in der Pfarrkirche "Maria Himmelfahrt" Vilsbiburg stattfindet, ist die Übertragung des Allerheiligsten an den Seitenaltar und Anbetung bis 21.00 Uhr.

Am Karfreitag ist in jeder der drei Pfarreien um 15.00 Uhr ein Wortgottesdienst, in der Pfarrei Vilsbiburg werden die Gläubigen gebeten die mitgebrachten Blumen in einen Korb hinten im Turm abzulegen Die Kreuzverehrung ist heuer nur durch den liturgischen Dienst. In Seyboldsdorf ist der Wortgottesdienst ohne Priester.

Die Osternacht wird in Gaindorf und Seybodsdorf jeweils um 20.00 Uhr gefeiert. Die Gläubigen versammeln sich bereits in der Pfarrkirche auf den ausgewiesenen Plätzen, im vorgeschriebenen Abstand. Die Weihe des Osterfeuers, der Osterkerze, wird per Lautsprecher übertragen. Nur der liturgische Dienst versammelt sich um das Feuer und zieht in die dunkle Kirche ein. Die Osternachtsfeier in Vilsbiburg wird in der Frühe um 5.30 Uhr beginnen. Selbstverständlich werden in der Osternacht und am Ostersonntag die Speisen gesegnet. Die Speisensegnung an Ostern bildete sich im Zusammenhang mit der alten, strengen Fastendisziplin aus, die nicht nur auf Fleisch, sondern auch auf Eier und Käse verzichten ließ. Diese lang entbehrlichen Speisen wurden in der Osterfeier für das erste häusliche Ostermahl gesegnet. Eine besondere Symbolik hat das Osterei als Zeichen des Lebens. Die Tischgemeinschaft der Gläubigen mit dem Auferstandenen in der Eucharistie soll sich an diesem Tag gleichsam als Agape in den Häusern fortsetzen. Der Orgelbauverein bietet heuer durch die großzügige Unterstützung einer Metzgerei einen Osterschinken mit dem Emblem des Orgelbauvereins an. Lassen Sie sich diesen Osterschinken besonders schmecken.


Pfarrer Peter König