Sr. Marika Wippenbeck zu Besuch

 

 

Am vergangenen Sonntag besuchte, auf Einladung von Stadtpfarrer Peter König, die aus Frauensattling stammende Provinzoberin der Kreuzschwestern. Er begrüßte Sr. Marika Wippenbeck sehr herzlich. Anlass zu diesem Besuch war der Weltgebetstag für geistliche Berufe. Dieser wird seit 1963 am 4. Ostersonntag begangen, also heuer zum 58 mal.   Stadtpfarrer Peter König gab einen kurzen Überblick  über die Entstehungsgeschichte des Ordens. Im Jahr 1896 also  vor 125 Jahren  kam Schwester Elektra Kaltenbach mit einer Kandidatin in das neu erworbene Anwesen in Altötting. Mit zwei Koffern zogen diese in das unmöblierte Haus ein. Das Ziel war es, Kandidatinnen der Lehrschwestern auszubilden, die dann in die weite Welt zogen, um dort in der Mission zu wirken. Von 1898 bis 1966 waren es 608 Missionarinnen aus Altötting, die in Südafrika, Chile, Indien, Sri Lanka, Argentinien und Lettland wirkten. Stadtpfarrer Peter König stellte die Frage, ob nicht gerade in der heutigen Zeit, Kirche und deren Berufe noch gefragt sind. Fest steht jedoch, dass trotz der Negativschlagzeilen, wie steigende Zahlen der Kirchenaustritte, Segnung von gleichgeschlechtlichen Paaren  oder Missbrauchsfällen Gott auch in unserer Zeit „Bodenpersonal" braucht. Zu dieser Gruppe gehört auch der Orden der Kreuzschwestern in Altötting. Um nähere Informationen über diese klösterliche Gemeinschaft zu erhalten, berichtete Schwester Marika in einem Dialog mit Stadtpfarrer Peter König über das Leben im Orden. Zunächst verriet sie, an Hand ihrer persönlichen Erfahrungen, ihren Weg ins klösterliche Leben. Er setzte sich aus vielen kleinen Puzzleteilen zusammen, wie Gebet, persönlicher Begegnung mit Klosterschwestern und der Sehnsucht nach einem vom Glauben geprägten Leben. Wie so ein  Tag im Kloster abläuft, skizziert Schwester Marika so: Er  beginnt mit dem persönlichen Gebet und dem gemeinsamen Morgengebet, der Mitfeier des Gottesdienstes, dem Mittags- und Abendgebet. Dies sind  feste Bestandteile des Klosterlebens. Die meisten Schwestern sind oder waren in einem sozialen Beruf tätig, z. B. Krankenschwestern, Altenpflegerinnen, Lehrerinnen usw.. Durch die Gehälter oder Renten wird der Lebensunterhalt der Klostergemeinschaft bestritten. Derzeit sind  85 Schwestern in Altötting von denen  die Jüngste 31 Jahre und die älteste 95 Jahre alt sind. Auch verbringen Schwestern im klostereigenen Altenheim  ihren Lebensabend. Nach diesem  Dialog zwischen dem Geistlichen und Schwester Marika gab es noch Gelegenheit Fragen zu stellen, die jedoch nicht genutzt wurde. Stadtpfarrer Peter König  bedankte sich am Schluss des Gottesdienstes  bei der Provinzoberin für ihr Kommen und  lud sie zum öfteren Besuch der Heimat ein.

Monika Kaspar