Patrozinium - 15.August - Maria Himmelfahrt

 

In unserer Pfarreiengemeinschaft Vilsbiburg, Gaindorf, Seyboldsdorf gibt es 11 Kirchen mit verschiedenen Patrozinien. Was heißt Patrozinium? Der Patron, von lateinische patronus, ist ein Schutzherr. Nach dem Patron einer Gemeinde ist die jeweilige Pfarrkirche benannt, z. B. "Peter und Paul" in Gaindorf, "Johannes der Täufer" in Seyboldsdorf, "Maria Himmelfahrt" in Vilsbiburg. Ein Patron ist ein Heiliger, zu dem eine Kirchengemeinde eine besondere Beziehung hat. Im Altertum waren es Märtyrer, die in der jeweiligen Kirche ihr Grab gefunden haben. Für Kirchen ohne Märtyrergrab wählten sich die Gemeinden einen Patron und legten Reliquien von ihm in die Kirche (oft im Altar). Daraus entstand der Brauch, Kirche und Pfarrgemeinden unter den Schutz eines Heiligen zu stellen und das alljährliche Heiligenfest als Pfarrpatrozinium besonders zu feiern. Wir feiern am 15. August das Hochfest zu Ehren der Aufnahme Mariens in den Himmel. Diese Fest erinnert an die "leibliche"  Aufnahme Mariens in den Himmel. Dies wird zwar nicht in der Bibel beschrieben, wurde aber 1950 - also vor 70 Jahren, als bisher letztes kath. Dogma von Papst Pius XII verkündet. In diesem mit höchster Autorität verfassten unfehlbaren Lehr- und Glaubenssatz heißt es unter anderem, dass "die Unbefleckte, allzeit jungfräuliche Gottesmutter Maria nach Ablauf ihres irdischen Lebens mit Leib und Seele in die himmlische Herrlichkeit aufgenommen wurde". Nach kath. Lehre lebt die Seele nach dem Tod weiter, während der Leib erst am Tag des Jüngsten Gerichts auferweckt wird. Die sofortige leibliche Aufnahme Mariens ist also ein besonderes Privileg, dass die herausragende Rolle der Muttergottes betont. Papst em. Benedikt XVI hat es einmal so formuliert: Wir glauben, dass Maria, wie Christus, ihr Sohn, den Tod schon besiegt hat. Bei uns in Bayern ist der 15. August auch als "großer Frauentag" bekannt mit Kräuterweihe. Es werden dabei bis zu 77 verschiedene Kräuter und Pflanzen gesammelt zu sogenannten Buschen zusammengebunden und gesegnet. Diese Kräuterbuschen werden zu Hause aufgehängt, wo sie gegen Krankheit, Gewitter und Blitzschlag helfen sollen oder sie werden kranken Tieren unters Futter gemischt. Eine Legende nach öffneten die Jünger das Grab Mariens und fanden nicht ihren Leichnam, sondern blühende Blumen und Kräuter. Daraus entwickelte sich die Kräutersegnung. Schauen auch wir auf zu Maria und bitten um ihre Fürsprache, damit wir unser Ziel die ewige Gemeinschaft bei Gott erzielen - auf unserem irdischen Weg mögen uns Blumen und Kräuter Freude und Gesundheit, Heil schenken. Die Aufnahme Mariens in den Himmel ist in der Pfarrkirche am mittleren, bunten Glasfenster dargestellt.


Pfarrer Peter König