Septembergruß 2020

 

Liebe Senioren und Seniorinnen!

 

In den letzten Monaten sind Sie sich vielleicht sehr einsam vorgekommen. Die große Angst vor dem Corona-Virus hat die ganze Welt und das Leben von uns allen sehr geändert. Wir können uns nicht mehr bedenkenlos treffen, begegnen, und  müssen die Nähe und die Berührungen vermeiden. Wir haben erfahren müssen, dass etwas Wesentliches, das wir zum Leben und Glauben brauchen fehlt. Die Familie und die Freunde in Sorge um Sie haben die Besuche und Kontakte, die Sie so dringend gebraucht hätten und sich darüber sehr gefreut haben eingeschränkt. Die virtuelle Welt in Medien kann aber nicht die Grunderfahrungen Zuwendung, Liebe, Geborgenheit, Trost, Ermunterung und Weggemeinschaft ersetzen. Nicht einmal das gemeinsame Gebet in der Kirche war für alle möglich.

Wir haben dadurch auch viele neue Erfahrungen gemacht. Wir haben gelernt, dass wir auf einmal sehr viel Zeit haben. Vielleicht haben wir gelernt besser in uns hinein zu hören. Vielleicht sind viele Fragen aufgetaucht. Auf wen vertrauen wir in Not? Wer trägt unser Leben, wer hält es in den Händen? Unser Beten ist auf die Probe gestellt worden. Glauben wir, vertrauen wir unser Leben Gott an?

Der Bibel enthält viele wunderbare Erzählungen über Jesus und sein Wirken, die uns in dieser Zeit Trost geben können. Die Erzählung vom „Sturm auf dem See“, in der die Jünger den Untergang vor Augen haben, ruft die Stürme unseres Lebens auf, die inneren und äußeren Stürme. Oft ist unser Vertrauen nicht so groß, dass wir gelassen zuschauen könnten, wenn wir und andere an unsere Grenzen stoßen. Die Jünger Jesus sind erfahrene Menschen, sie kennen sich aus mit Wasser, Wind und Wellen. Es wird nicht der erste Sturm und auch nicht der Letzte ihres Lebens gewesen sein. Sie haben trotzdem Angst. Jesus steht auf und gebietet dem Sturm: „ Schweig, sei still!“ Diese Geschichte erzählt von Angst, von Todesangst und zugleich vom Vertrauen und Zuversicht. Gott sagt uns in allen Stürmen: Ich bin da. Habt keine Angst.

Wir werden immer wieder Stürme, die bedrohlich sind erleben. Streit, Trennung, Angst im Dunkeln, Alleinsein, Überforderung, Hektik, Unrecht und vieles mehr. Aber Er ist da für uns. Unsere Nöte dürfen wir im Gebet mit Vertrauen zu Jesus bringen, damit unser Lebensboot nicht untergeht.

 

Vater unser im Himmel, du kennst uns.

Du kennst jeden mit Namen.

Du hast uns das Leben geschenkt und du liebst uns.

Manchmal stürmt es in uns. Wir ärgern uns, sind verzweifelt und haben Wut.

Sei Du dann uns nahe und schütze uns. Amen.

 

Bleiben Sie gesund! Wir freuen uns auf Sie und geben nicht die Hoffnung auf Sie bald in geselliger Runde bei Kaffee, Kuchen und Gebet zu treffen!

Ihr Pfarrer König und Seniorenteam