Seyboldsdorf: Wallfahrt zu Maria Hilf

 

 

Um ein gegebenes Versprechen einzulösen,  waren am Pfingstmontag die Angehörigen der Pfarrei Seyboldsdorf zur Wallfahrt nach Maria Hilf eingeladen. Den Ursprung dieser Wallfahrt ist nicht mehr genau zu datieren. Karl Lindorfer schreibt in den Niederbayrischen Heimatblättern „, dass 1648 bis 1649 in der Pfarrei außerordentlich viele Sterbefälle vorkamen, da nach dem Krieg in Seyboldsdorf   eine Art Pest herrschte. Von Anfang bis September 1649 starben in der Pfarrei mit ca. 300  Menschen 32 Personen. Bis Mitte September bis Kathrein starben in Seyboldsdorf weitere 68 Leute.“ Im  Jahr 1741 brach in Seyboldsdorf erneut eine ansteckende Krankheit aus, die zahlreiche Todesopfer  forderte.. Schon im Jahr 1844 herrscht im Ort die  Frieselkrankheit, an der 3 Personen starben. Diese Krankheit war wohl der Grund für das Gelübde. Leider erlaubten es heuer die gegenwärtigen Umstände nicht, die Prozession im herkömmlichen Weise zu begehen. Waren es in den vergangenen Jahren bis zu 30 Teilnehmer, die sich auf den 6km langen Weg machten und sich anschließend bei einer Brotzeit im Pfarrgarten trafen,  nahm so  nach  und nach  die Zahl der Wallfahrer, vor allem der älteren Leute zu, die mit dem Auto die Wallfahrtskirche zum Gottesdienst fuhren. In diesem Jahr machte sich Klaus Glas als Kreuzträger , stellvertretend für die Pfarrangehörigen mit dem Prozessionskreuz  zu Fuß auf den Weg von Seyboldsdorf zur Wallfahrtskirche Maria Hilf.  Einige Pilger nahmen es  auf sich und machten sich in kleinen Privatgruppen  auch auf den Weg. Besonders erfreulich war es, dass  eine kleine Gruppe von Erstkommunionkindern mit ihrem eigenen Wallfahrskreuz   und in Begleitung von einigen Frauen aus der Pfarrei, den Weg nach Vilsbiburg  auch zu Fuß zurücklegten. Bevor die Pilger das Gotteshaus betraten, beteten sie  den Rosenkranz.  In der Kirche begrüßte Stadtpfarrer König die Leute und gab einen kurzen Überblick über den Ursprung der Wallfahrt und verglich die damalige Situation der Menschen mit der der  heutigen. Auch damals gab es Krankheiten, mit denen sich  die Menschen  infizierten und  daran starben. Pfarrer König  bedankte sich bei den Anwesenden, dass sie den Weg  zu Maria finden , um  ihre Anliegen und Bitten der Gottesmutter anzuvertrauen und gleichzeitig das Gelübde zu erfüllen, das ihre Vorfahren damals gemacht hatten. Nach dem Gottesdienst, der unter den vorgegebenen Bestimmungen gefeiert wurde, machten sich die Pilger, teils zu Fuß, teils mit Auto auf den Weg nach hause.

 

 

Monika Kaspar